Wanderung auf dem KÖLNPFAD am 3. Oktober 2009 

Unterwegs auf Schusters Rappen

 

Der KÖLNPFAD ist 170 km lang, führt um ganz Köln herum und ist in elf Etappen eingeteilt. Er wurde vom Kölner Eifelverein e. V. konzipiert und angelegt. Der Weg ist durch einen weißen Kreis auf einem schwarzen Quadrat gekennzeichnet und die Markierungen finden sich auf Bäumen und Hauswänden, aber auch mittels Aufklebern an Lampenmasten und Verkehrsschildern. Er wurde 2008 vom damaligen Oberbürgermeister Fritz Schramma eingeweiht und erfreut sich seither einer  steigenden Beliebtheit nicht nur bei der Kölner Bevölkerung. So ist nicht nur an Wochenende zu beobachten, wie Wanderer mit Wanderbuch und/oder Wanderkarte in der Hand die Etappen erkunden.

Der Streckenabschnitt 3 beginnt in Köln-Bocklemünd. Nicht zuletzt diese Tatsache war für den Bürgerverein Bocklemünd/Mengenich Anlass, diese Etappe besonders kennen zu lernen. Zu diesem Zweck bot der Bürgerverein allen interessierten Bürgern an, an einer geführten Wanderung am Tag der deutschen Einheit teilzunehmen. Mittels fast 2.500 Einladungen, die im historischen Ortsteil von Bocklemünd/Mengenich verteilt wurden, wurde auf diese Wanderung aufmerksam gemacht. Trotz regenfreien, schönen und herbstlichem Wetter fanden sich leider nur fünf Wanderer, die dem Aufruf folgten. Treffpunkt war, wie es der Wanderführer auch als Beginn der Etappe vorsieht, die Haltestelle Bocklemünd der KVB-Linien 3 und 4. Über den Militärring hinweg führt der Weg in die Grevenbroicher Strasse und dann in den Lerchenweg, an dessen Ende der Militärring wieder erreicht wird. Dort befindet sich auch an der Kreuzung mit dem Ollenhauer Ring die sehr informative Informationstafel des Kölner Eifelverein e. V., auf dem sowohl die Etappe 3 als auch der gesamte KÖLNPFAD abgebildet sind. Nach wiederholter Kreuzung des Militärringes geht es kreuz und quer durch den Nüssenberger Busch unter der Autobahn durch in Richtung der Esch-Pescher-Seen. Nachdem gut die Hälfte der circa 16 km langen Etappe absolviert war, wurde im Ortskern von Esch im Cafe „Miro“ eingekehrt. Frisch gestärkt ging es weiter Richtung Weiler und dabei unter der A 57 hindurch. Der nächste markante Punkt dieser Wanderung ist das Wasserwerk von Weiler, welches mitten im Wald liegt. Es erinnert durch den Baustil und mittels der Verwendung von Backsteinen an die in den 20iger Jahre des vorigen Jahrhunderts errichteten Gebäude am Hansaring (Hansa-Hochhaus). Das Werk wurde 1925 vom Architekten Clemens Klotz gebaut und gilt als das „versteckteste“ Baudenkmal Köln. Es ist kaum vorstellbar, dass dieses Denkmal moderner Industrieachitektur für einen bedeutenden Teil der Wasserversorgung des linkrheinischen Köln verantwortlich ist! Der Weg geht weiter durch den Wald, um dann auf ein freies Feld, welches direkt am Rand von Roggendorf/Thenhoven anschließt, zu münden. Vom S-Bahnhof „Worringen“ führt die S-Bahn z. B. zum Bahnhof Deutz/Messe, wo mittels der KVB-Linien 3 und 4 Bocklemünd direkt erreicht werden kann. Somit führte die Wanderung, die eigentlich durch den Kölner Nordwesten geht, auch, wenn auch nur indirekt mittels Bahn, in das rechtsrheinische Köln!

Die Wanderung einschließlich der Pause dauerte circa fünf Stunden, die bei interessanten Gesprächen wie im Fluge vergingen. Es zeigt sich, wie viele naturnahe Gebiete in der unmittelbaren Umgebung des eigenen Wohnortes man noch gar nicht gesehen hat und eröffnet dadurch erlebnisreiche neue Eindrücke. Sie sollte wiederholt werden, dann aber hoffentlich mit deutlich mehr Mitwanderern!

 

Literaturhinweis:

Kölner Eifelverein e. V. (Hrsg.): KÖLNPFAD – Der Kölner Rundwanderweg, 2. Auflage, Köln 2009.